"Das Lächeln, das Du aussendest, kommt zu Dir zurück"

Erstmalig folgte der "Naheweingau", wie die Nahe damals noch hieß, 1950 dem Beispiel anderer Weinanbaugebiete und wählte eine Gebietsweinkönigin.

Helma Wöllstein aus Meddersheim war die Glückliche. Schon gleich die zweite Naheweinkönigin konnte sich in Neustadt bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin durchsetzen.

Mathilde Machwirth aus Heddesheim (heute ein Ortsteil von Guldental) sollte das "Sinnbild des deutschen Weines verkörpern". Dies fiel ihr 1953 nicht schwer: der Weinjahrgang bestach mit hohen Mostgewichten. Offensichtlich imponierte die Weinkönigin von der Nahe wohl auch dem damaligen Weinfreund im Präsidentenamt. Der Empfang bei "Papa Heuss" in der Villa Hammerschmidt mit deutschen Weinbaufunktionären und der Weinkönigin währte statt der angesetzten halben Stunde ganze zwei.

1966 überkam neben Glückgefühlen die 22-jährige Ilse Theobald aus Hochstätten bei ihrer Wahl zur Deutschen Weinkönigin in Stuttgart auch ein schlechtes Gewissen: die Hauswirtschaftlerin würde ein Jahr im elterlichen Betrieb ausfallen. Für den deutschen Wein warb sie mit Erfolg: dem ehemaligen Oberbürgermeister Hans Jochen Vogel übergab sie 1.000 Liter Olympiawein als Belohnung dafür, dass München 1966 den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1972 erhalten hatte.

Die 70er Jahre standen eindeutig im Zeichen der jungen Winzerinnen der Nahe: Gleich drei Mal wurden sie zu Deutschen Weinköniginnen gekrönt.

Die Naheweinmajestäten dieser Zeit, Erika Sinß, Doris Emmerich- Koebernik und Edelgard Bauer-Finter schwärmen noch heute von den Herausforderungen ihrer Amtszeit mit den verbunden tollen Erlebnissen im In - und Ausland.

Zwei der wohl bekanntesten Naheweinköniginnen sind die Persönlichkeiten Silvia Buchholz-Lafer und Julia Klöckner.

Silvia Buchholz-Lafer, Gastronomen-Tochter eröffnete schon mit 21 Jahren in Guldental das Gourmet Restaurant "Le Val d'Or" - 1983 verpflichtete sie den Österreicher Johan Lafer als Koch.

Ebenfalls aus Guldental stammt Julia Klöckner. Die Studentin der Politik und Theologie engagierte sich während ihres einjährigen Amtes nachhaltig für den deutschen Weinbau und die Winzer. Ihr Amtsjahr ebnete den Weg für eine bemerkenswerte politische Karriere: Als Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft kennt man Sie heute. Eine "Seelenverwandete" scheint Judith Honrath aus Langenlonsheim zu sein, die Naheweinkönigin 2001/2002 studierte ebenfalls Theologie. Ihr Motto "Das Lächeln, das Du aussendest, kommt zu Dir zurück" war prägend für ihr Amtsjahr.

2013 stand für die Nahe wieder unter einem ganz besonderen Stern - die Naheweinkönigin Nadine Poss, aus Windesheim wurde am 13. September 2013 zur 65. Deutschen Königin gekrönt.

Ihr gleich tun konnte die Naheweinkönigin Katharina Staab aus Oberhausen an der Nahe, die am 29. September 2017 zur 69. Deutschen Weinkönigin gekrönt wurde.

Am 27. September 2019 durfte sich Naheweinkönigin Angelina Vogt über die Wahl zur 71. Deutschen Weinkönigin freuen. Ein Erfolg über den sich die Naheregion besonders freut, da sie innerhalb von 7 Jahren gleich drei Deutsche Weinköniginnen hervorbrachte.

Quelle: u.a. Wolfgang Junglas; Buch "60 Jahre Deutsche Weinköniginnen"

66 Jahre gekrönte Häupter sind ein Grund zur Freude - das Engagement der jungen Frauen ist bis heute ungebrochen und verdient größten Respekt.

Alle ehemaligen Weinhoheiten der Nahe finden Sie hier.

kostenloses
INFOPAKET
anfordern