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07.02.2012, 13:15 Uhr

Eiswein ist nicht gleich Eiswein

 - wir mussten mal was loswerden!


Leserbrief von Weinland Nahe zum Artikel "Eiswein erhitzt die Gemüter" AZ 03. Feb!

Ihr Bericht über die Ermittlungen der Weinkontrolle gegen Winzer, die am 17./18. Januar bei „nur minus sieben Grad“ Eiswein gelesen haben, könnte auch qualitätsorientierte Winzer in einem falschen Licht erscheinen lassen.
Mehrere Spitzenwinzer an der Nahe haben geduldig gewartet, bis der nächtliche Frost Temperaturen unter minus zwölf Grad bescherte, damit der extrem konzentrierte Most in den für die Eisweinlese reservierten Trauben auch tatsächlich perfekt durchgefrieren konnte. Denn nur dann ist gewährleistet, dass beim behutsamen Abpressen der noch durchgefrorenen, handselektionierten Beeren das Wasser gebunden bleibt und nur das gewünschte Mostkonzentrat aus der Kelter läuft. Dies war am Morgen des 3. Februars der Fall. Die Ergebnisse lassen hoffen, dass die viele Arbeit und das lange Warten durch ausgezeichnete Eisweine belohnt werden. Derart aufwendig erzeugte Qualitätsprodukte können und dürfen nach unserer Einschätzung nicht mit einem Eiswein verglichen werden, der mit Vollerntern maschinell gelesen und in großer Menge hergestellt wird, um später ohne Lagenangabe für ein paar Euro in Discountern billig verramscht zu werden.
Wenn Weinkontrolleure angesichts einer Lese bei minus sieben Grad davon ausgehen, dass getrickst wurde, ist das nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen Winzer, die ihrem Beruf mit großem Enthusiasmus nachgehen und sich redlich für eine kontinuierliche Qualitätssteigerung einsetzen. Es wäre ungerecht, wenn diese vorbildlichen Winzer in einen Topf geworfen würden mit etwaigen schwarzen Schafen, die eventuell einschlägige Vorgaben des Weingesetzes missachtet haben.
Gleiches gilt für das Produkt Eiswein: Es gibt hochwertige, deutsche Eisweine, die in der Fachwelt weltweit höchste Bewunderung genießen und diese auch absolut verdient haben.

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